Man schenkt keinen Hund

Die Publikation zu dem Ausstellungsprojekt „Man schenkt keinen Hund“ setzt sich in Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Autor*innen, Kunstvermittler*innen, wie Dozent*innen und Kursteilnehmer*innen von „Integrationskursen“ mit dem herrschenden Integrationsimperativ auseinander und untersucht, wie sich dieser in den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge autorisierten Lehrwerken für „Integrationskurse“ für Zuwander*innen pädaogogisch niederschlägt. Die Publikation ist als Reader in einem offenen „diskursanalytischen“ Sinne angedacht.

In der Menge der gegenwärtig auf dem Markt erhältlichen vom BAMF autorisierten Deutschlehrwerke für „Integrationskurse“ wird Migration, werden ihre Akteur*innen in erster Linie aus der Perspektive eines nationalen Blickregimes gezeigt und erzählt. Die als repräsentativ vorgeführte „Mehrheitsgesellschaft“ setzt sich in dieser Logik als „typisch Deutsch“ zusammen – teilweise scheinbar fast unberührt von dem Einwanderungsgeschehen oder den demografischen Verschiebungen der letzten Dekaden.

Es geht uns darum, das in den Lehrwerken – ihren Texten und Bildern – eingeschriebene Verständnis einer Kultur als Ausdruck homogen gedachter nationaler Identität zu problematisieren. Das heißt, aus der konkreten Detail-Anschauung von Repräsentationen und Narrativen eine strukturelle Kritik des Konzepts „Integration“ und seinen Implikationen herauszuarbeiten – auch vor dem Hintergrund aktuell und zyklisch immer wieder geführter Debatten um „Wertegemeinschaft“ und „Leitkultur“.

Man schenkt keinen Hund

Herausgegeben von Christine Lemke
in Zusammenarbeit mit Achim Lengerer